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10. Rusticus Festival Schorba – Der Samstag

Nach dem Auftakt am Freitag ging das 10. Rusticus Festival in Schorba am Samstag in die zweite Runde. Auch am zweiten Festivaltag drehte sich wieder alles um handgemachte Musik zwischen Folk, Americana, Country und Rock.

Auf der Hauptbühne wurde es dabei international: Kaurna Cronin brachte Folkrock aus Australien nach Schorba, Hills of Belgium sorgten mit Banjo und Fiddle für einen Ausflug in die amerikanische Old-Time-Musik und zum Abschluss übernahm mit der Rudi Tuesday Band die Haus- und Hofband des Festivals die Bühne.

Kaurna Cronin – Folkrock aus Australien

Den Auftakt auf der Hauptbühne machte der australische Singer/Songwriter Kaurna Cronin. Seit vielen Jahren ist er mit seiner Musik international unterwegs und hat bereits in mehr als 20 Ländern gespielt.

Musikalisch bewegt sich Cronin zwischen Singer/Songwriter, Folk und Folkrock. Seine Songs erzählen von Menschen, Reisen und dem Leben unterwegs und wechseln dabei zwischen ruhigen, akustischen Momenten und deutlich kraftvolleren Passagen.

Gemeinsam mit seiner Band brachte er damit einen vielseitigen und zugleich angenehm direkten Sound auf die Bühne in Schorba – und eröffnete den zweiten Festivalabend passend zur musikalischen Ausrichtung des Rusticus.

Hills of Belgium – Mountain Music from the Flat Country

Mit Hills of Belgium ging die Reise anschließend von Australien nach Belgien – musikalisch allerdings eher in Richtung der amerikanischen Appalachen.

Lorcan Fahy an Fiddle und Gesang und Jérémie Fraboni an Banjo und Gesang widmen sich den Wurzeln amerikanischer Folk- und Old-Time-Musik. Ihr Motto „Mountain Music from the Flat Country“ beschreibt das Duo entsprechend treffend.

Mit zwei Stimmen, Banjo und Fiddle braucht es dabei nicht viel, um einen erstaunlich vollen Sound auf die Bühne zu bringen. Traditionelle Melodien und Songs werden nicht einfach kopiert, sondern von den beiden auf ihre eigene Art interpretiert und weitergeführt. Ein ungewöhnlicher und gerade deshalb sehr passender Auftritt für das Rusticus Festival.

Rudi Tuesday Band – Heimspiel zum Abschluss

Zum Abschluss des Abends und damit auch des Jubiläumsfestivals gehörte die Bühne der Rudi Tuesday Band. Als Haus- und Hofband des Rusticus war ihr Auftritt natürlich mehr als nur ein weiterer Programmpunkt.

Rund um Rüdiger „Rudi“ Mund verbindet die Band Americana und Country mit eigenen Songs und ausgewählten Stücken aus der amerikanischen Folk-, Country- und Rockgeschichte. Rudi selbst ist zudem eng mit dem Rusticus verbunden und gehört zu den Menschen hinter dem Festival.

Nach den internationalen Gästen des Abends führte der musikalische Weg damit zum Finale wieder zurück nach Thüringen. Ein passender Abschluss für den Samstag – und für zwei Tage Musik beim 10. Rusticus Festival in Schorba.

10. Rusticus Festival Schorba – Der Freitag

Seit nunmehr 2017 gehört das Rusticus Festival in Schorba fest zum musikalischen Spätsommer rund um Jena. Was damals begann, feierte 2026 bereits seine zehnte Ausgabe. Zwei Tage lang treffen auf dem Gelände der Zimmerei Seznec Musik, Handwerk und eine Atmosphäre aufeinander, die so wohl nur an diesem Ort funktioniert.

Musikalisch schlägt das Herz des Rusticus vor allem für Americana und alles, was sich darum herum bewegt: Folk, Country, Blues, Singer/Songwriter und Rock. Dabei geht es weniger um große Namen als um handgemachte Musik und Bands, die für das brennen, was sie auf die Bühne bringen. Genau das machte auch den Freitagabend der Jubiläumsausgabe aus.

Drei Bands standen auf dem Programm – Armano, Midge’s Pocket und schließlich Los Banditos, die in Schorba gleichzeitig ihr 30-jähriges Bandjubiläum feierten.

Armano

Den musikalischen Auftakt des Abends übernahm Armano. Singer/Songwriter, Blues und Rock’n’Roll treffen bei ihm auf einen Sound, der hörbar von den 50er- und 60er-Jahren geprägt ist. Rockabilly schimmert ebenso durch wie klassischer Blues – Musik, die keinen großen technischen Überbau braucht, sondern vor allem von Songs, Stimme und Gitarre lebt.

Damit passte Armano ziemlich genau an den Anfang eines Rusticus-Abends. Noch bevor es später deutlich lauter wurde, gab es zunächst schnörkellose, handgemachte Musik auf die Ohren. Ein Auftakt, der gleichzeitig ziemlich gut zeigte, wofür das Festival seit seinen Anfängen steht.

Midge’s Pocket

Mit Midge’s Pocket ging es anschließend musikalisch einige Jahrzehnte weiter – zumindest gefühlt. Die vier Musiker haben sich einem Sound verschrieben, der tief im Rock’n’Roll der 1970er Jahre steckt, ohne einfach nur eine Retro-Show daraus zu machen.

Die Zutaten dafür sind ziemlich klassisch: Americana, Folk und Country treffen auf Rock, dazu dreistimmiger Gesang und Songs aus eigener Feder. Die Band selbst macht auch kein Geheimnis daraus, dass sie nicht versucht, das musikalische Rad neu zu erfinden. Stattdessen setzt sie ganz bewusst auf bewährte Old-School-Zutaten und den Geist des 70er-Rock’n’Roll.

Live funktioniert genau diese Mischung besonders gut. Nach dem eher bluesigen Einstieg mit Armano wurde es auf dem Festivalgelände damit deutlich rockiger und druckvoller – ohne dass der handgemachte Charakter des Abends verloren ging.

Los Banditos – 30 Jahre Sexy Surf Beat aus Jena

Der Abschluss des Freitags gehörte schließlich einer Band, die rund um Jena kaum noch vorgestellt werden muss: Los Banditos. Und 2026 gab es einen ziemlich guten Grund, den Auftritt etwas größer zu feiern – seit mittlerweile 30 Jahren steht die Band auf der Bühne.

Drei Jahrzehnte Los Banditos bedeuten weit über 1.000 Konzerte und Auftritte von St. Petersburg bis Madrid, von Helsinki bis Kairo. Musikalisch lässt sich das Ganze irgendwo zwischen Surf, Beat, Rock’n’Roll und kontrolliertem Wahnsinn verorten.

Wer Los Banditos kennt, weiß allerdings, dass ein gewöhnliches Jubiläumskonzert kaum zu ihnen passen würde. Die Band nimmt sich und ihre eigene Geschichte glücklicherweise nicht allzu ernst. Selbst der offizielle Text zum Dreißigjährigen beschreibt die vergangenen Jahrzehnte eher als außer Kontrolle geratenes Langzeitexperiment denn als ehrwürdige Bandgeschichte.

Und vielleicht trifft das Los Banditos tatsächlich besser als jede sauber formulierte Genrebezeichnung: Nach 30 Jahren stehen sie noch immer auf der Bühne, noch immer laut, schräg und mit einer gehörigen Portion Selbstironie.

Damit waren sie zugleich ein ziemlich passender Schlusspunkt für den ersten Abend des zehnten Rusticus Festivals: drei Bands, drei sehr unterschiedliche Ausprägungen handgemachter Musik – vom Blues über 70er-Rock’n’Roll bis zum Jenaer Surf-Beat-Wahnsinn.

»Fotografieren heißt den Atem anzuhalten, wenn sich im Augenblick der flüchtigen Wirkung all unsere Fähigkeiten vereinigen. Kopf, Auge und Herz müssen dabei auf eine Linie gebracht werden. Es ist eine Art zu leben.«
Henri Cartier-Bresson, 1908 - 2004

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»Für mich ist Photographie die im Bruchteil einer Sekunde sich vollziehende Erkenntnis von der Bedeutung eines Ereignisses und gleichzeitig die Wahrnehmung der präzisen Anordnung der Formen, die dem Ereignis seinen typischen Ausdruck verleihen.«
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